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LH

 

Ich war als Kind schwächlich. Ständig krank! Die Sorge meiner Mutter um mich groß. Sehr nachhaltig war die Erfahrung, als ich für eine gefühlte Ewigkeit fast taub war, weil meine Trommelfelle vereitert waren.

Dr. Tamm aus Langenhagen war unser Hausarzt. Er selbst hatte neben dem gesunden Menschenverstand eines Allgemeinmediziners alten Schlages zahlreiche eigene Kinder. (Waren es sechs?) Er verfügte in meiner Erinnerung - ich hatte nicht den Eindruck als Kind, dass er es einfach meiner Mutter riet, er verfügte! - ich sollte singen. Das würde Körper und Seele stärken.

Der Plan scheint mir aufgegangen zu sein. In den Schulchor aber wollte ich nicht. Ich wollte in einen Chor, der ins Fernsehen kommt. :-D

Meine Mutter brachte mich mit sechs Jahren zum  Vorsingen des Knabenchores Hannover. Seitdem singe ich eigentlich ununterbrochen. Den Stimmbruch empfand ich als ärgerliches Hindernis, als Wegbrechen einer wesentlichen Fertigkeit. Seitdem sind es ziemlich genau 35 Jahre: Erst im Vorchor bei Frau Schnaus ab 1980 - dann im Konzertchor zweimal die Woche bis 1984 -  von da an in der Wuppertaler Kurrende - dann ab 1994 Schulmusikstudium mit Hauptfach Gesang in Köln - ab 1998 Studium Hochschulklasse Gesang - ab 2003 Opern- und Konzertsänger sowie Chorleiter.

Die ungeheure Kraft des Singens! Eine Leben ohne wäre kaum zu denken.

LH

Dank an Clemens Mohr vom Windsbacher Knabenchor für den Hinweis. Ab diesem Donnerstag in unserem Blog wöchentlich ein Beitrag dazu. Das Stichwort zum Auftakt gibt der Begleittext zum Link...
„Wenn man sich mit dem Thema Singen beschäftigt, :) kann man nur eines erstaunlich finden: Dass wir als Gesellschaft zu blöd sind, um zu verstehen, welche ungeheure Kraft im Singen steckt“:
Die ungeheure Kraft des Singens!
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Lorenz Heimbrecht

Knabenchöre gelten vielen als verstaubte Drillanstalten. Mit der Diskussion um eine neue Jungenpädagogik erhalten sie seit einigen Jahren jedoch unerwarteten Zulauf.
www.zeit.de|Von ZEIT ONLINE GmbH, Hamburg, Germany

Knabenchöre haben Unheimliches. Ähnlich wie die Freimauer sind sie vielen irgendwie suspekt. (Leider kommen sie nicht in so vielen Spielfilmen vor wie die ständigen Freimaurerzitate...) Sie gelten als elitär, streng und werden mit Ritualen eines straff geführten Internats verbunden. 

Die Abwesenheit von Frauen und Mädchen - wo doch eine Erziehung beider Geschlechter in einem Raum inzwischen als allgemein anerkannte und zu bervorzugende Variante angesehen werden soll -   und dann noch der althergekommene Begriff "Knabe" geben ihr Übriges dazu. Der Beweis ist längst erbracht: eine überkommene, großbildungsbürgertümliche Einrichtung, die versucht auf einem nicht kindgerechten Niveau Musik zu machen - das ist ein Knabenchor.

Ich kann dies nicht bestätigen. Ich bin in einem Knabenchor groß geworden und leite nun selbst einen - einen ganz anderen als den, den der mich geprägt hat. Knabenchöre sind zwar in ihrer Grundidee durchaus alle gleich: es sind nur Jungs - Knaben und meist Männerstimmen -. Es geht darum, dass sich damit ein homogenes Klangideal verbindet (Mädchen klingen anders...), aber auch dass Jungs mal unter sich sein können, dass sie dann anders sind und dass sie dann auch anders singen!

Darüber hinaus sind Knabenchöre höchst individuelle Gebilde - mit und ohne Internat, mit einer alten Tradition von über 1000 Jahren oder vor kurzem gegründet, immer an eigener Chorkleidung zu erkennen. 

Hier ergeht nun der Aufruf mit diesem Blog zu erzählen: Was bedeutet Knabenchor? Was kann man da erleben? Welche Fragen stellen sich?

Einmal in der Woche, jeden Donnerstag werde ich hier schreiben.
Zusendungen, Erzählungen, Eindrücke und Fragen
sind jederzeit herzlich willkommen.
LH

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